- Entspricht in vollem Umfang den Konsensusleitlinien (Clemmons 2010)
- Kalibriert gegen WHO IS 98/574 (Manolopoulou 2012)
- > 96 % spezifisch für die 22-kDa-Hauptform
- Cut-off festgelegt (Kratzsch et al 2014)
- Keine Wechselwirkung mit dem Wachstumshormonbindungsprotein
- Keine Kreuzreaktivität mit:
- 20-kDa-Isoform
- Pegvisomant
- Plazentalem hGH
- Humanem plazentalen Lactogen
- Prolactin
Der Assay IDS-iSYS human Growth Hormone (hGH) ist für die quantitative Bestimmung des humanen Wachstumshormons (hGH) in menschlichem Serum oder Plasma mit dem IDS-iSYS Multi-Discipline Automated System vorgesehen.
Die Testergebnisse müssen gemeinsam mit anderen klinischen und labordiagnostischen Daten betrachtet werden, um den Arzt in der Einschätzung von Wachstumsstörungen zu unterstützen.
Das Wachstumshormon (hGH) ist ein Polypeptidhormon, das von den azidophilen Zellen der Adenohypophyse sezerniert wird. Die Ausschüttung erfolgt episodisch als postprandiale Antwort auf fallende Glucosespiegel oder ist mit Bewegung oder beginnendem Tiefschlaf verbunden.
Synthese und Freisetzung werden von Peptiden aus dem Hypothalamus und hemmenden Peptiden wie Somatostatin gesteuert. Inzwischen konnte gezeigt werden, dass Ghrelin, ein gastrointestinales Peptid, ebenfalls die hGH-Sektretion stimuliert. Im Gegensatz dazu übt der Mediator vieler hGH-Aktionen in der Peripherie, der insulinähnliche Wachstumsfaktor (Insulin-like Growth-factor I, IGF-I), durch negative Feedback-Mechanismen eine hemmende Wirkung aus. Das hGH im Blut besteht aus mehreren molekularen Isoformen, von denen hGH mit 22.000 Dalton am häufigsten vorkommt, gefolgt von einer hGH-Variante mit 20.000 Dalton, die durch alternatives Splicing erzeugt wird.
Ungefähr 50 % der hGH im Blut ist an ein Bindungsprotein mit hoher Affinität gebunden. hGH ist in zwei wesentlichen Bereichen physiologisch von entscheidender Bedeutung.
Zunächst ist es ein wesentlicher Bestandteil des Skelettwachstums, das sehr anschaulich als Überfluss oder Mangel in der Kindheit dargelegt ist. Die hGH-Aktion wird teils durch IGF-I vermittelt sowie durch Fördern der Proteinsynthese und Aufnahme von Aminosäuren in die Zellen. Zweitens beeinflusst hGH durch Stimulieren von Lipolyse den Intermediärstoffwechsel und wirkt der insulinvermittelten Aufnahme von Glucose entgegen. Hypoglykämie stimuliert und Hyperglykämie supprimiert die Sekretion von hGH.
Symptome eines hGH-Mangels sind verzögertes Wachstum und Kleinwuchs. Die Krankheitsursache ist oft unbekannt. Ein absoluter oder relativer Mangel manifestiert sich gewöhnlich um das zweite Lebensjahr.
Die Bestätigung der Diagnose ist der Nachweis eines niedrigen hGH-Werts im Serum, das auf Stimulationstests nicht anspricht. Mangel an hGH ist der Hauptgrund für schwerwiegenden Kleinwuchs. Für eine erfolgreiche Therapie ist eine frühzeitige Diagnose von entscheidender Bedeutung. Eine Hyposekretion bei Erwachsenen wird gewöhnlich bei Laboruntersuchungen auf Hypopituitarismus erkannt.
Hypersekretion, im Allgemeinen aufgrund eines Adenoms azidophiler Zellen, ist je nachdem, ob es vor oder nach Fusion der knöchernen Epiphysen auftritt, durch zwei Erkrankungen gekennzeichnet. Überschüssiges hGH beim Kind zeichnet sich durch Riesenwuchs aus. Es können Körpergrößen von bis zu 2,4 m erreicht werden, was ebenfalls ein Ausdruck für Hypogonadismus sein kann. Akromegalie bei Erwachsenen ist ein Leiden, das durch progressive Vergrößerung von Knochen und Weichgewebe gekennzeichnet ist.
Die Diagnose wird in der Regel durch dynamische Funktionstests bestätigt, die erhöhte hGH-Werte im Serum aufweisen, welche nicht als Antwort auf eine orale Glucosebelastung hervorgerufen wurden. Bei Ernährungsstörungen wie Anorexie, Entkräftung, Niereninsuffizienz und Leberzirrhose kann es zu erhöhten hGH-Basalwerten kommen.
Für die Behandlung eines hGH-Mangels bei Kindern und Erwachsenen ist rekombinantes hGH erhältlich. Ein Übermaß an hGH wird operativ, durch Strahlentherapie oder mit Somatostatinanalogua behandelt. Inzwischen wurde ein hGH-Rezeptorantagonist entwickelt, der eine strukturelle Homologie mit hGH aufweist und mit hGH um Bindungsstellen am hGH-Rezeptor konkurriert.
Der Test basiert auf der Chemilumineszenz-Technologie. Die Proben werden mit einem biotinylierten, monoklonalen Anti-hGH-Antikörper und streptavidinmarkierten.
Magnetpartikeln inkubiert. Die Magnetpartikel werden nach einem Waschschritt mit einem Magneten eingefangen. Nach Hinzufügen eines mit Acridinium markierten monoklonalen Anti-hGH und einem weiteren Inkubationsschritt folgt ein weiterer Waschschritt. Triggerreagenzien werden hinzugefügt und das daraus resultierende, durch die Acridiniummarkierung ausgesendete Licht ist direkt proportional zur Konzentration von hGH der Ausgangsprobe.
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Automated 22-kD growth hormone-specific assay without interference from Pegvisomant.
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Clinical evidence-based cutoff limits for GH stimulation tests in children with a backup of results with reference to mass spectrometry.
Wagner IV1, Paetzold C1, Gausche R1, Vogel M1, Koerner A1, Thiery J1, Arsene CG1, Henrion A1, Guettler B1, Keller E1, Kiess W1, Pfaeffle R1, Kratzsch J.
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IGFALS gene dosage effects on serum IGF-I and glucose metabolism, body composition, bone growth in length and width, and the pharmacokinetics of recombinant human IGF-I administration.
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